"Der Tagesspiegel" vom 16. Mai 2008, Seite 14:
Erna Sabelus, geb. 1914
Zucht und
Ordnung herrschte im
Haus des Stationsvorstehers
Mundt am Stettiner Oberwiek. (......)
Jeden
Sonntag ging Erna in die Kirche und zusaetzlich zur Bibelstunde. (......) Hier lernte die 20-jaehrige den 26-jaehrigen
Willy kennen.
Willy Sabelus war sanftmuetig und belesen, Textilkaufmann von Beruf. (.......)
Ernas
Vater stimmte der Eheschliessung zu, allerdings sollten sie dafuer Ostpreussen verlassen: "
Das hier holt sich alles irgendwann der
Russe." Erna heiratete deshalb ihren
Willy 1937 in
Berlin.
(........) Erna hatte ihre Arbeit als Kontoristin aufgegeben und einen
Opel Kadett gekauft und zehn Monate nach der Hochzeit kam Udo auf die
Welt.
Der
Krieg entzog
Willy dem Idyll, Erna fand sich im
Mai 1945 mit nun zwei Kindern bei
Anklam wieder. (......)
Erna versetzte das Tafelsilber, erkaempfte ein Pachtgrundstueck in Dreilinden und legte den Kindern, Udo und Magrit, heisse Kastanien ins
Bett, damit sie nachts nicht froren. (......)
Erst hatte sie jeden
Tag fuer die Lebensmittel kaempfen muessen, spaeter brauchte Udo Sprecherziehung und der juengste
Sohn, Detlef eine teure aerztliche Spezialbehandlung, weil er einfach aufhoerte zu wachsen. (......)
Willy hatte vielleicht fuer so etwas (= ihre Sparsamkeit) Verstaendnis, aber der starb zehn Jahre vor ihr. (.......)